6. Wanderung - Feuer – Wasser – Von der Huder Klosterruine zur Hilgenloher Quelle

 
Treffpunkt: Klosterruine Hude

Es gibt zwei Sagen von diesem Kloster aus dem 12. Jahrhundert, das uns nur noch als Ruine erhalten ist.

1. Der Abt hatte ein Pferd, das war sehr intelligent. Es war in der Lage selbständig Besorgungen in Oldenburg oder Bremen zu tätigen. Der Abt konnte es zum Einkaufen schicken, es kam immer mit der richtigen Sache zurück. Der Abt in Münster neidete ihm dieses Pferd und wollte es ihm wegnehmen. Da der Abt das nicht wollte, kam es zum Krieg zwischen beiden Gemeinden.

2. Um die Mitternacht wandert der Abt immer noch – weiß geklei-det und klagend - durch die Ruine.

Solche Geschichten haben oft einen geomantischen Hintergrund. Um Mitternacht und auch um die Mittagszeit verströmen sich hier sakrale Kräfte. Auch vom nahe gelegenen Goldberg gibt es die Sage um die Erdkräfte um Mitternacht. Da kann man einen Goldschatz heben. Bedingung ist die Zeit und daß man es schweigend tut. Der Goldschatz wird bewacht von Zwergen. Also besteht eine direkte Verbindung zwischen dem Berg und dem Kloster.

Das Pferd ist Ausdruck weiblicher Kraft. In dem Fall also Ausdruck tellurischer  Kraft der Erdgöttin. Diese Kraftlinie verbindet das Kloster mit der Bremer Bischofszelle und einem Oldenburger Kloster. Das Huder Kloster wird tatsächlich mit einer immensen Anziahl von Linien durchzogen – siehe Zeichnung. Diese besondere Lage war wohl auch der Grund, warum die Zisterzienser an dem Kloster interessiert waren.

Durch Bernhard von Clairvaux, den Hl. Bernhard, erhielt der Zister-zienser-Orden seine Regeln und eine tiefe, angewandte Spiritualität, einen tiefen Einblick in das Unmanifeste, welches hinter allem Manifesten wirkt. Es gab auch eine in Sagen versteckte Verbindugn zwischen dem Hl. Bernhard und den Templern, deren Wissen sich in folgendem Statement ausdrückt: Nichts ist das was es zu sein scheint, sondern Ausdruck einer höheren Wirklichkeit.

Die Zisterzienser wußten um die Qualitäten besonderer Orte und der Verbindungslinien, auf denen die Druiden von damals und die Scha-manen von heute „reisen“ und sich verständigen. So hat der Abt von Hude mal so schnell eine Astralreise nach Oldenburg oder Bremen gemacht, dort nach dem Rechten geschaut und evtl. den dortigem Abt eine Einkaufslistedurchgegeben.  Der hat ihm dann das Gewünschte auf einem Pferd geschickt. So entstehen Sagen.

Die andere Sage sagt etwas über die Qualität des Ortes aus. Mittag – Mitternacht – das ist der höchste Stand der Sonne und der an Entfer-nung weiteste Stand. Da geht es mit Sicherheit um den Feurigen Äther (FÄ). Den suchen wir in der Ruine, um zu erfahren, wie diese Qualität sich anfühlt, was sie in uns bewegt und anregt. In der ehe-maligen Vierung finden wir Büsche. Pflanzen weichen FÄ aus, sie brauche andere Kräfte zum Wachsen. Also kann er hier nicht sein. Wo wächst nichts? Dort finden wir ihn. Ein Symbol FÄ ist die ein-zelne Ecksäule im Nordosten – Sie symbolisiert Stärke auch im Alleinsein – der Boß der über allem steht, Überblick hat und unan-greifbar ist. Das sind die Qualitäten die der FÄ in seiner Wirkung auf den Menschen in solchen Eigenschaften sichtbar macht. Es gibt aber noch eine Wirkebene der Äther, eine zweite Dimension jeden Äthers. Diese Ebene finden wir kurz vor der ehemaligen Vierung – zwischen den letzten Säulen des Hauptkirchenschiffes – in der Mitte des Kir-chenraumes. Auch dort wächst nichts. Um diese Dimension zu erfah-ren, bilden wir einen Kreis und fühlen nach oben. Diese Ebene regt das Kronenchakra an, über welches wir Einblick erhalten in die Dimensionen von wo aus das Heilige Geistige auf unser Menschen-leben wirkt. Unsere Bemühungen werden mit einem erhabenen Er-lebnis belohnt. Das Erlebnis ist ein weiterer Schritt in das Erkennen universeller Zusammenhänge, die ein Meister einmal so formulierte: Das Fallen eines Blattes löst in seinem anderen Universum einen Donner aus.

Bevor wir das Klostergelände verlassen, erkunden wir, ob das Wasserzeichen über dem letzten verbliebenen Eingangsbogen eine Besonderheit anzeigt. Sicher fließt hier eine Wasserader. Steht man genau in der Mitter der Höhe zwischen Wasserader in der Tiefe und dem lichten maßt der höchsten Stelle des Bogens, bekommt man das Gefühl der Schwerelosigkeit. Das können wir hier nicht erproben, da der Schuttberg des zerfallenen Teils der Ruine die ehemalige Bodenhöhe verdeckt. Zumindest aber spüren wir den kurzfristigen Segen allen Fließenden: Reinigen. Das Fließende nimmt uns etwas Last von den Schultern. Wir verlassen die Ruine und suchen in der Mitte der kleinen Brücke gegenüber, über dem Fluß/Bach dieses Ge-schehen noch einem nachzuempfinden. Probieren Sie aus – was da passiert.

Von hier aus wandern wir durch das Reiherholz an der Bahnlinie entlang bis zum Ende. Dort finden wir gegenüber des Bahnübergangs die Straße Schnitthilgenloh – Hilgen- Heilig, Loh – Wald. Gleich zu Anfang links nehmen wir den Wanderweg durch den Wald – am See vorbei zur Quelle. Am See lohnt es, eine Rast einzulegen. An der zweiten Sandstelle von dieser Seite kommend, bevor Sie also den See wieder verlassen, gehen Sie zum See hinunter. Hier ist ein Platz, der die Tür in das Geheimnis der Wasserwelt öffnet. Auch wenn Sie nicht von Nöx oder Nymphe in die wässrige Unterwelt des Wasser-schlosses entführt werden, bekommen Sie hier einen Eindruck von dem Frieden, den das Wässrige in unsere Welt ausstrahlt. An vielen Wasserstellen kann man stundenlang verharren, nichts denken, nur da sein. Und dabei auch noch glücklich sein.

Dies ist eine gute Vorübung für die Quelle. Denn dort führt uns die Stille des Wässrigen direkt in unsere eigene Mitte. Wir sind ange-kommen: von der inspirativen Aktivität des Feurigen, der Visionen, der Sehnsucht nach den Höheren Welten direkt in unser eigenes Sein. Wir sitzen bei ca. 2 Grad Kälte 2 Stunden lang unbeweglich und erfahren, alles was wir suchen, finden wir in unserer eigenen Mitte – Stille und Glückseligkeit.

Ausprobieren!