4. Wanderung - Von den Ahlhorner Fischteichen über die Kellerhöhe zum Pilgerort Bethen


Von den 12 Aposteln zur Trinität der Muttergöttin

 

        

Während der letzten drei Wanderungen haben wir die Unterschiede der weiblichen, dreifachen Muttergottheit erfahren. Heute wenden wir uns der Trinität selbst zu. Wir finden sie in dem Wallfahrtsort Bethen. Zuerst wollen wir etwas über diese Trinität der vorchristlichen Göttin erfahren.

In allen frühen Religionen gab es eine Zeit der alleinigen Herrschaft der Ureltern, die abgelöst wurde durch eine Zeit des reichen Kindersegens, welche die Qualitäten der einst untrennbaren Gottheit unter sich verteilten. Die griechische Version der Götterwelt liefert uns das deutlichste Beispiel.

Die große Muttergottheit unserer Vorfahren hat sich über die 3 Bethen in drei  Aspekten dargestellt:

Die weiße Jungfrau Ambetha, die rote Göttin Wilbetha und die schwarze Greisin Borbetha.

Sie sind mit diesen oder ähnlichen Namen in einigen Gegenden immer noch dargestellt, in Worms, im Straßburger Dom. Auf dem Pilgerberg St. Salvator von Schwäbisch Gmünd ist jeder der drei Göttinnenaspekte eine Kapelle gewidmet, in Österreich sind sie vertreten und im Pilgerort Bethen bei Cloppenburg sind sie im Namen Bethen erhalten geblieben.

An ihren Beigaben erkennen wir die alten umgewandelten Bethen-Symbole wieder: der Turm wurde zum Kelch, das Keltenkreuz zum Rad, der Drache als Lebenskraft ist geblieben:

Barbara mit dem Turm, Margarethe mit dem Wurm (Lindwurm, Drache), Katharina mit dem Radel sind die heiligen drei Madel.

Die weiße Göttin – Ambetha

Sie ist die Göttin, die allem Neuen Leben spended. Der Wurm, Lindwurm oder Drache vertritt die jungfräuliche Lebenskraft der Dra-chenkämpferin. Ursprünglich war sie die personifizierte Strahlung des Mondes. Der wechselnde Rhythmus des Mondes mit seinen Mondphasen stellt versinnbildlicht den Neubeginn dar. Die sanfte Strahlung wurde zum Zeichen des Neuen, Jungen, Unerfahrenen. Ambeth wurde später zu Margarethe.

Die Rote Göttin – Wilbetha

Im Rad finden wir das Keltenkreuz, eine Darstellung des Rades der Wiedergeburt oder des Schicksals, mit vier Speichen der Jahreszeiten, mit zwölf sind es die 12 Monate. Die Farbe Rot steht für die lebensbejahende Kraft des Feuers. Später wird sie vertreten durch Katharina.

Die Schwarze Göttin – Borbetha

Der Turm wird zum Kelch der Weisheit. Sie ist die Alte, die den Tod  willig in ihrem Schoße birgt, wissend, daß der Tod das Tor in den erweiterten Kosmos ist. Ihre Orte sind die der Vermählung zwischen Land und Kosmos. Sie wird deshalb die Göttin der Wandlung genannt. Ihr Name wurde zur Barbara.


Betrachten wir die alten Göttersagen, so finden wir ohne Unterschied immer eine Dreiteilung:

1. Der Anbeginn der Zeit gehört zum Machtbefugnis der Schwarzen Göttin. Solange man darin verharrt, gibt es nur Stillstand im Werden und Vergehen. Der Mensch fühlt sich in ihrem Reich eingehüllt, geborgen, ihm ist es genug, daß er ist, still, akzeptierend ohne Ziel. Orte dieser Qualität füllen physische Defizite auf, geben innere Ruhe und Gelassenheit. Sie ist der Drache.

2. Die Zeit der Veränderung, der Differenzierung, der Verteilung der Verantwortung ist die Zeit der Roten Göttin, der Lebensaktivität. Es ist die Zeit der Kämpfe gegen den Drachen. Das Kollektiv der Menschheit versucht sich aus Zwängen zu befreien. Orte dieser Kraft laden zum Tanzen, Lachen und Picknick ein. Es sind Orte der Lebensfreude im Hier und Jetzt. Sie geben uns die Kraft, unser Schicksal in die Hand zu nehmen.

3. Die Weiße Göttin ist die jungfräuliche. Sie hat die gesamte Zukunft noch vor sich. Sie ist das Werden des Neuen. Sie ist immer die Göttin der Neuzeit, des Anbruchs einer neuen Epoche. Sie ist das seelische in uns, das Suchende. Ihre Orte vermitteln geistige Weite und hinterlassen Sehnen und Streben. Sie hat den Drachen überwun-den.

1. Etappe:

Vom Parkplatz „Hinter dem Baumweg“ aus wandern wir auf Pfad Nr. ? durch ein verzaubertes Naturschutzgebiet des winzigen Flüßchens Lethe. Hier lugt hinter jedem Baum ein niedliches Naturwesen hervor. Vor der Brücke geht es rechts zu einer kleinen Lichtung, wo sich zur Zeit der Dämmerung allerhand des kleinen Volkes tummelt. Wir gehen jedoch links über die Brücke bis zum Fahrweg,  diesen nach rechts, nach ca. 30 m liegen linkerhand auf einer Wiese 12 (11 Findlinge, die 12 Apostel genannt. Sie liegen auf einer Wiese, einer geomantischen Multiwellenzone,  die Teil einer Großraum-Sakrallinie ist, die u.a. die Huntloser Kirche mit der Bethener Kirche verbindet.

Wir betrachten die 12 (11) Apostel vom weitem, nehmen die Gesamtheit wahr und stellen mit Rute oder wacher Wahrnehmung fest, was die Ortsqualität ausmacht.

Wir stellen fest, daß etwas Seelisches den gesamten Ort umschließt,  durchdringt. Seelisches hat immer eine ansprechbare Intelligenz, denn sie ist ein Aspekt der Sofia, auch die Heilige Geistin genannt. Das Seelische ist der Teil der Anima Mundi, der das Geschehen erfährt und damit Wissen hat. Es ist der empfindende Aspekt, der alles durchzieht, Erfahrungswerte speichert und somit den Wandel bestimmt in Weisheit. Das Seelische ist das Erfahrene,  das bestimmende Element. Der geistige Aspekt ist der antreibende Teil, der Dinge anregt und ingang setzt. Das Geistige ist das Werdende. Der geistige Aspekt ist das Nichtsein, der Seelische das Sein. Beide gehören zusammen.

Unter all den Steinen sucht sich jeder einzelne einen aus, der auf ihn anziehend wirkt. Der erste Teilnehmer macht sich auf den Weg zu „seinem“ Stein und öffnet somit den Platz. Wir anderen verweilen am Rand und beobachten, was da geschieht. Schon bei der Annäherung sehen wir, daß da etwas in Bewegung kommt. Die ganze Atmosphäre des Feldes kommt in Bewegung. Es ist als würde jemand den Dimmer des Lichtes allmählich hoch schrauben. Der Platz signalisiert Bereitschaft und jeder nähert sich nun „seinem“ Stein. Falls Sie zu zweit diese Apostel besuchen, versuchen Sie es auf die eben geschilderte Weise: einer geht, der andere beobachtet. Hier bekommt jeder von den Aposteln, was er braucht.

Auf dem Rückweg durch das Flüßchental der Lethe bemerken wir – hoch sensibilisert - Lichtunterschiede unabhängig vom äußeren Lichteinfall. Begleitet uns das kleine Volk mit seinen Lampen?

Die Autos lassen wir stehen und wandern durch den Wals nach Kellerhöhe, machen Rast in der Marienkirche und wandern weiter auf dem Fahrradweg neben der Autostraße Richtung Bethen. Kein Autostreß kann uns die gewonnene Ruhe nehmen. Wir sind auf Pilgerreise. In Bethen angekommen betrachten wir erst die Basilika und machen eine spannende Entdeckung: hier steht die weibliche Trinität in einer Annaselbtritt-Statue: Anna, die Mutter Marias, Maria und das Kind.

Hütet die Kirche ihre Geheimnisse oder haben die Menschen intuitiv gehandelt. Denn in keinem Brockhaus finden wir die Bedeutung von Bethe oder Bethen.

In der kleinen Gnadenkapelle zünden wir eine Kerze an und setzen uns in die hinterste Reihe,  um das Energiegeschehen des Raumes zu beobachten.

Als erstes fällt auf, daß jedesmal ein Verbindungsstrahl von der Pieta zum Betenden sichtbar wird. Zieht sich der Verbindungsstrahl zur Pieta hin zurück, steht der Besucher nach ein paar Sekunden auf und verläßt den Raum. Spannend.

Die Geschichte der Kapelle ist folgende: Bauern auf dem Land sahen, wie das Bild der Gottesmutter auf dem Fluß Soeste stromauf-wärts schwamm. Sie sahen das als ein Wunder an und holten die Pieta an Land. Sie wollten es zum Herrschaftssitz Lethe bringen. Aber auf dem Weg dahin scheuten die Pferde. Das sahen sie wiederum als Fingerzeig Gottes an, setzten das Bild ab und bauten eine Kapelle um die Statue.

Es waren Bauern, die gerade bei der Arbeit waren.  Und tatsächlich: es ist ein Ort der Demeter, wo die Prozesse des Werdens, Erntens und Vergehens nicht nur in einem Einstrahlpunkt als ein- oder ausfließender Ätherstrom zu finden sind, der im Winter die Wachstumskräfte herein nimmt und im Sommer herausgibt. Es scheinen auch diese drei Kräfte in einem fröhlichen Wirbel alle Feste auf einmal zu feiern,  das Werden, das Leben, das Transformieren in eine höhere Ebene. Demeter mit ihren Blumenkindern feiert täglich hier ihren Erntereigen und streut ihre Kräfte über das Land, ähnlich wie die Engel die Nähe Gottes mit ihren fortdauerndem Gesang von Heilig, Heilig, Heilig lebendig halten. Es ist ein Ort der Präzipitation vom Leben der weiblichen Trinität.

Da hier alle Kräfte auf einmal wirken, sind zu allen sich ändernden Sonnenstände hier Energiephänome zu spüren: Mittags, Abend-dämmerung, Morgendämmerung und sicher auch Mitternacht.

Stromaufwärts sei das Bild geschwommen. Das kann man deuten als zurückführend zur Quelle oder als die sich allem widersetzende Kraft, die jedes Ziel erreicht. Jedenfalls symbolisierte die Geschichte eine besonders starke Kraft, die offensichtlich für jedermann spürbar ist, denn die Kapelle ist stark frequentiert. Viele Besucher kommen zu einem Gebet der Stille.

Mit der Rute finden wir neben den Hauptenergien der Trinität und einem Demeter-Einstrahlpunkt so viele besondere Qualitäten, die uns erklären, warum dieser Ort immer noch so lebendig ist.

Alternative:

Wandern vom Urwald nahe der Bundesstraße 213 zu den 12 Aposteln – und als Abschluß abends in der Dämmerung Naturwesen beobachten auf der kleinen Lichtung bei dem Flüßchen Lethe.

Bäume sind Lebewesen. Und alte Bäume sind meist weise Lebewesen. Unterhalten Sie sich mit den Bäumen oder lassen sie sich unterhalten.  Pflanzen wissen mehr als wir von kollektiven Be-wußtsein, da sie nicht aus der Einheit gefallen sind, die wir – nun be-wußt – wieder anstreben. Das ist der Weg zurück ins Paradies der Einheit aller Lebewesen.

Wenn Sie sich unterhalten lassen wollen, dann probieren Sie die bei der Tingstätte schon beschriebene Methode aus: Fragen sie in den Raum des Waldes, ob ein Baum mit Ihnen kommunizieren möchte. Verhalten Sie sich passiv. Spüren Sie, aus welcher Richtung Resonanz kommt. Kommt die Antwort aus dem Wald außerhalb Ihrer Sichtweise, dann schließen Sie die Augen, lassen das Bild des Baumes vor Ihrem inneren Auge entstehen und laufen dann solange in diese Richtung, , bis Sie ihn sehen. Es sit erstaunlich, wie gut das Bildersehen funktioniert. Dann lassen Sie sich von dem überraschen, was er Ihnen zu sagen hat.

Die 12 (11) Apostel sind schon beschrieben.

Abends zur Dämmerung laufen Sie den Weg durch den Wald zurück Richtung Parkplatz. Auf halben Weg überqueren Sie auf einer Brücke den Fluß, steigen ein paar Treppen hoch und wenden sich nun nicht nach rechts den Weg zurück, sondern wandern geradeaus am Fluß entlang nur etwa 15 m, bis Sie zu der kleinen Lichtung kom-men. Dort setzen Sie sich am Rand nieder, lassen den Blick weich ohne zu fokusieren über die Lichtung gleiten Meist erhascht man im Augenwinkel die Bewegung kleiner Naturwesen. Seien Sie nicht ent-täuscht, wenn Sie das nicht sehen, was so in Bildern als Naturwesen abgebildet wird. Tatsächlich sind Naturwesen lichte Energie-poteniale, die sich uns zuliebe verändern können. Aber gewöhnlich schweben sie nur als flammenartige Wesen oder Lichtfunken bis Bälle durch das Gelände. Ich sehe Nymphen als eine wässrige Energieverdichtung – Riesen als braune riesige Ovale etc. Nehmen Sie einfach ernst, was sie sehen.